• Henriette Ernst to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Amsterdam · Date: 13.07.1792
Edition Status: Newly transcribed and labelled; single collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Henriette Ernst
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Amsterdam
  • Date: 13.07.1792
  • Notations: Absende- und Empfangsort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-33449
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.7,Nr.61
  • Number of Pages: 6S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 23,2 x 18,8 cm
  • Incipit: „[1] 1792 den 13ten July
    Liebster Wilhelm,
    Dießmahl möchte wohl die Reihe an dich seyn, unzufrieden zu seyn daß du so lange [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
[1] 1792 den 13ten July
Liebster Wilhelm,
Dießmahl möchte wohl die Reihe an dich seyn, unzufrieden zu seyn daß du so lange keine Nachricht bekommen! aber so geht es zuweilen, ohne außerordentliche Hinderniße zu haben giebt es doch der kleinen Stöhrungen so viel! Deine Aufträge wegen deiner Bücher sind nun alle besorgt, zu dem Plato hat Herr Ernst noch den fehlenden Theil, unter deinen und Fritzyʼs alten Büchern gefunden, von Göthens Werken hat mein Bruder durch Ritscher die Edition in großOktav verschreiben laßen, welches nun freilich noch nicht angelangt ist; es kostet 4 rth. und die kleine würde 8 rth. gekostet haben. Wegen Gatterers Weltgesch; wollen wir uns noch im Buchladen erkundigen, es giebt keinen Comißionär der Zweybrückschen Ausgaben mehr in Hannover. Wenn du nun also die Adreße schreibst, so können wir es so bald Göthens Werke da sind besorgen, der Kasten ist parat, und so gelangst du denn endlich zu deinem Wunsche
Meinem Vater scheint der Brunnen, den er nunmehr beynahe 14 Tage getrunken sehr gut zu bekommen, ob gleich die ersten 8 Tage sehr kaltes und regnigtes Wetter war, und darauf gleich die letzten 8 Tage drückende Hitze; jedermann findet ihn sehr munter, und vergnügt, mir deucht auch daß er etwas zugenommen. Cruse wird den Sontag kommen, und [2] so hat der Vater noch angenehme Brunnengesellschaft an ihm. Wir freuen uns alle darauf. Mit Herrn Ernst sind wir alle sehr gut zufrieden, es ist wirklich ein sehr guter und sehr angenehmer Mann, durch den wir im Häußlichen Umgange sehr gewonnen haben. Der Vater übt ihn itzt in declamiren, woran es noch etwas fehlte, aber er sagt daß er auch darin sehr gewönne. Die Mutter wünscht nun nur alles recht geschwind zu Stande zu bringen, die wie eher nicht recht ruhig werden bis er examinirt ist. Er läßt sich dir vielmahls empfehlen. Kürzlich haben wir eine kleine fête in unsrem Hause gehabt, nemlich eine kleine Schulfeyerlichkeit bey Gelegenheit der Einweihung der Saalstube in unserem Hause. Der Vater hatte im Namen der Kinder einigen Verse gemacht, da er schon lange gewünscht hatte B. seine Zufriedenheit über die Schulanstalt, in Gegenwart der Kinder zu zeigen, so nahm er die Gelegenheit wahr, und es fiel alles auch sehr gut aus. Ich schmückte die Stube mit vielen Blumen Bouquets und Festons; wir hatten ein kleines hübsches Mädchen aus dieser Schule, welches ein gutes aber sehr armes Kind ist, ganz in weiß gekleidet von Kopf zu Fuß; mit rothen Bänderchen gezieret, und die mußte B. dann die Verse welche auf ein breites paille Band gedruckt waren auf einem Teller mit Blumen überreichen. Es waren verschiedene Freunde gegenwärtig Falke, Schur, Pape, etc. [3] Bialo; wurde sehr überrascht, denn er wuste gar nichts davon nicht einmahl daß der Vater hereinkommen würde. Wie der Vater ihm daß kleine Mädchen zuführte, war er ganz weg, und einige Minuten vergingen ehe er sich besann, und meinem Vater dankte! Dann hatte er einen recht hübschen Einfall, der in der sinnigen Sprache wie er mit der Kinder spricht etwas rührendes hat. Ein jeder (sagte er) bringe mir nachher eine Rose, da ich sehe daß ihr alle welche habt, daraus windet nachher einen Kranz; er hat zwar selbst Rosen genug, mehr als ihr ihm geben können, aber als ein Zeichen eurer Dankbarkeit nimmt er es gerne an und giebt euch die Erlaubniß es hier zum Andenken aufzuhängen. Ueberhaubt hatte er es recht feyerlich eingerichtet, gar kein Examen, es wurde mit einem (nun danket alle Gott) welches B. für die Kinder, sehr paßend verändert hatte, und wurde durch eine kleine Orgel accompagnirt welche Senexx Schlegel spielte; dann ermahnte er die Kinder zur Dankbarkeit gegen diejenigen die nun zur festen Erhaltung dieser Schule so viel beygetragen; ließ sich allerley feyerliche Versprechungen von ihnen geben. Zuletzt seegnete er die Kinder den Vater etc. und dazwischen immer ein feyerliches Amen von Händel; Dann wurden die Kinder 170 an der Zahl worunter auch 3 Jüdinnen sind, in [4] unserm Garten geführt, und mit Kuchen und Obst regaliert. Jetzt schmückten die Kinder die Stube fleißig mit Rosen, haben meinen Vater ganz Silhouettiren laßen wie er in der Schullstube geseßen mit der Rose in der Hand, und es da mit Blumen bekränzt aufgehangen.
Vor einiger Zeit machten wir jungen Leute eine tour nach dem Haller Brunnen mit Papen Brandes und Eisendechers unsrer Garten Nachbarn und B. wir waren da sehr vergnügt, hatten das schönste Wetter von der Welt; aber so schön ist der Platz längst nicht mehr wie ehedem seit Herr von Berlepsch Guthsbesitzer ist, der sich einen Spaß daraus mach die schönen großen Bäume, an den besten Plätzen, wegzuhauen. Ueber 8 Tagen denken wir mit Crusen und übrigens mit derselben Gesellschaft nach Nendorf zu fahren.
Ich weiß nicht ob du die älteste Lehzen gekannt hast, ein junges schönes blühendes Mädchen; sie hat sich im verwichenen Jahr bei einem Spaziergange erkältet, und hat nun die Schwindsucht im höchsten Grade, sie ist hier seit Gestern auf Fischers Garten, wahrscheinlich der letzte Versuch. Dieß ist nun die zweyte Tochter die grade in den blühendsten Jahren stirbt. Klockenbring ist [...] nach Gotha gebracht, wo ein Arzt ist, der sich ganz darauf legen will, einige dergleichen Patienten zu behandeln, man hat hier aber gar keine Hoffnung zu seiner Beßerung. Der arme Andräe ist auch sehr gefährlich krank. Caroline Rehberg [5] ist vor ein paar Tagen wiedergekommen, nachdem sie 9 Wochen weg gewesen ist; sie ist aber sehr traurig, da sie die Frau von Voigt im starken Fieber als Vorbote einer großen Krankheit hat verlaßen müßen den Montag Mittag waren Rehbergs bey uns, C. hatte eben den ersten Brief bekommen der eben keine sehr tröstlichen Nachrichten enthielten, und so war sie sehr unruhig, und will nun erst beßere Nachrichten erwarten eher sie wieder ausgeht, heute müßen Briefe kommen, wenn es frühe genug ist so schreibe ich es dir noch, es ist etwas Gallichtes und wird bey ihrem schwachen Körper freylich viel dazu gehören sich wieder zu erholen; es ist große Frage ob nun Möser ganz und gar, dieß Jahr nach Pirmont kömmt! Carolinens Gesundheit gefällt mir auch noch gar nicht, sie hat immer noch mit der Rose zu kämpfen, so bald ein Lüftchen sie anweht hat sie wieder Fieber und Geschwullst im Gesicht, daß ist nun freilich bey der Rose gewöhnlich daß es so lange dauert ehe man es wieder los wird, aber des wegen doch sehr unangenehm. Herr Rehberg befindet sich auch nicht gut, er hat sich zu stark mit arbeiten angegriffen, der Arzt hat ihn den Pirmonter Brunnen an der Quelle verordnet, und Madam Rehberg altert auch sehr, so daß ihr der Weg hier heraus sehr sauer wird, mit Wagens sind sie sehr sparsam und also kommen sie selten. Ebert hatte vor ein paar Tagen an Madam Rehberg geschrieben, um sich auf 14 Tage [6] anzumelden, wenn sie ihn nicht logiren könnte so hoffte er daß wir es vielleicht könten, welches wir aber da wir auf dem Garten wohnen abgelehnt haben. (Wir scheuen die Unruhe und die Kosten) und die Rehbergen lehnt es auch ab, da E. es zur Bedingung gemacht, daß sie alle 3 zusammen zu Haus und wohl seyn müßten, und sie dieses nicht sind. Ob sie nun vielleicht doch kommen werden und im Gasthofe logiren soll mich wundern; aber schlimm würde es seyn sie so lange zu unterhalten, da itzt im Sommer noch weniger wie sonst Leute in H. sind die für seinen Geist paßen oder vielmehr die fait von Schöngeisterey machen. In 3 oder 4 Wochen dachte er sonst schon zu kommen. Deinen Brief an Eschenburg ist besorgt; der Vater hat auch ein paar freundschaftliche Zeilen dabey geschrieben.
Jacobi, der Kaufmann hier, ist kürzlich gestorben nachdem er kurz zuvor einen Schlagfluß gehabt, der ihn seines Verstands beraubt also ein Glück für ihn und die Frau daß er gestorben.
Adieu liebster Bruder, erfreue uns bald wieder mit einem Briefe. Wolthausens scheinen in Dresden sehr vergnügt zu seyn, sie sind 5 mahl in Pillnitz gewesen, Lottchen schreibt, daß sie mehr Beifall finde als er; er hat etwas gar zu précieuses. Deine zärtlich lieben Schweste[r]
Henriette Schlegel
[1] 1792 den 13ten July
Liebster Wilhelm,
Dießmahl möchte wohl die Reihe an dich seyn, unzufrieden zu seyn daß du so lange keine Nachricht bekommen! aber so geht es zuweilen, ohne außerordentliche Hinderniße zu haben giebt es doch der kleinen Stöhrungen so viel! Deine Aufträge wegen deiner Bücher sind nun alle besorgt, zu dem Plato hat Herr Ernst noch den fehlenden Theil, unter deinen und Fritzyʼs alten Büchern gefunden, von Göthens Werken hat mein Bruder durch Ritscher die Edition in großOktav verschreiben laßen, welches nun freilich noch nicht angelangt ist; es kostet 4 rth. und die kleine würde 8 rth. gekostet haben. Wegen Gatterers Weltgesch; wollen wir uns noch im Buchladen erkundigen, es giebt keinen Comißionär der Zweybrückschen Ausgaben mehr in Hannover. Wenn du nun also die Adreße schreibst, so können wir es so bald Göthens Werke da sind besorgen, der Kasten ist parat, und so gelangst du denn endlich zu deinem Wunsche
Meinem Vater scheint der Brunnen, den er nunmehr beynahe 14 Tage getrunken sehr gut zu bekommen, ob gleich die ersten 8 Tage sehr kaltes und regnigtes Wetter war, und darauf gleich die letzten 8 Tage drückende Hitze; jedermann findet ihn sehr munter, und vergnügt, mir deucht auch daß er etwas zugenommen. Cruse wird den Sontag kommen, und [2] so hat der Vater noch angenehme Brunnengesellschaft an ihm. Wir freuen uns alle darauf. Mit Herrn Ernst sind wir alle sehr gut zufrieden, es ist wirklich ein sehr guter und sehr angenehmer Mann, durch den wir im Häußlichen Umgange sehr gewonnen haben. Der Vater übt ihn itzt in declamiren, woran es noch etwas fehlte, aber er sagt daß er auch darin sehr gewönne. Die Mutter wünscht nun nur alles recht geschwind zu Stande zu bringen, die wie eher nicht recht ruhig werden bis er examinirt ist. Er läßt sich dir vielmahls empfehlen. Kürzlich haben wir eine kleine fête in unsrem Hause gehabt, nemlich eine kleine Schulfeyerlichkeit bey Gelegenheit der Einweihung der Saalstube in unserem Hause. Der Vater hatte im Namen der Kinder einigen Verse gemacht, da er schon lange gewünscht hatte B. seine Zufriedenheit über die Schulanstalt, in Gegenwart der Kinder zu zeigen, so nahm er die Gelegenheit wahr, und es fiel alles auch sehr gut aus. Ich schmückte die Stube mit vielen Blumen Bouquets und Festons; wir hatten ein kleines hübsches Mädchen aus dieser Schule, welches ein gutes aber sehr armes Kind ist, ganz in weiß gekleidet von Kopf zu Fuß; mit rothen Bänderchen gezieret, und die mußte B. dann die Verse welche auf ein breites paille Band gedruckt waren auf einem Teller mit Blumen überreichen. Es waren verschiedene Freunde gegenwärtig Falke, Schur, Pape, etc. [3] Bialo; wurde sehr überrascht, denn er wuste gar nichts davon nicht einmahl daß der Vater hereinkommen würde. Wie der Vater ihm daß kleine Mädchen zuführte, war er ganz weg, und einige Minuten vergingen ehe er sich besann, und meinem Vater dankte! Dann hatte er einen recht hübschen Einfall, der in der sinnigen Sprache wie er mit der Kinder spricht etwas rührendes hat. Ein jeder (sagte er) bringe mir nachher eine Rose, da ich sehe daß ihr alle welche habt, daraus windet nachher einen Kranz; er hat zwar selbst Rosen genug, mehr als ihr ihm geben können, aber als ein Zeichen eurer Dankbarkeit nimmt er es gerne an und giebt euch die Erlaubniß es hier zum Andenken aufzuhängen. Ueberhaubt hatte er es recht feyerlich eingerichtet, gar kein Examen, es wurde mit einem (nun danket alle Gott) welches B. für die Kinder, sehr paßend verändert hatte, und wurde durch eine kleine Orgel accompagnirt welche Senexx Schlegel spielte; dann ermahnte er die Kinder zur Dankbarkeit gegen diejenigen die nun zur festen Erhaltung dieser Schule so viel beygetragen; ließ sich allerley feyerliche Versprechungen von ihnen geben. Zuletzt seegnete er die Kinder den Vater etc. und dazwischen immer ein feyerliches Amen von Händel; Dann wurden die Kinder 170 an der Zahl worunter auch 3 Jüdinnen sind, in [4] unserm Garten geführt, und mit Kuchen und Obst regaliert. Jetzt schmückten die Kinder die Stube fleißig mit Rosen, haben meinen Vater ganz Silhouettiren laßen wie er in der Schullstube geseßen mit der Rose in der Hand, und es da mit Blumen bekränzt aufgehangen.
Vor einiger Zeit machten wir jungen Leute eine tour nach dem Haller Brunnen mit Papen Brandes und Eisendechers unsrer Garten Nachbarn und B. wir waren da sehr vergnügt, hatten das schönste Wetter von der Welt; aber so schön ist der Platz längst nicht mehr wie ehedem seit Herr von Berlepsch Guthsbesitzer ist, der sich einen Spaß daraus mach die schönen großen Bäume, an den besten Plätzen, wegzuhauen. Ueber 8 Tagen denken wir mit Crusen und übrigens mit derselben Gesellschaft nach Nendorf zu fahren.
Ich weiß nicht ob du die älteste Lehzen gekannt hast, ein junges schönes blühendes Mädchen; sie hat sich im verwichenen Jahr bei einem Spaziergange erkältet, und hat nun die Schwindsucht im höchsten Grade, sie ist hier seit Gestern auf Fischers Garten, wahrscheinlich der letzte Versuch. Dieß ist nun die zweyte Tochter die grade in den blühendsten Jahren stirbt. Klockenbring ist [...] nach Gotha gebracht, wo ein Arzt ist, der sich ganz darauf legen will, einige dergleichen Patienten zu behandeln, man hat hier aber gar keine Hoffnung zu seiner Beßerung. Der arme Andräe ist auch sehr gefährlich krank. Caroline Rehberg [5] ist vor ein paar Tagen wiedergekommen, nachdem sie 9 Wochen weg gewesen ist; sie ist aber sehr traurig, da sie die Frau von Voigt im starken Fieber als Vorbote einer großen Krankheit hat verlaßen müßen den Montag Mittag waren Rehbergs bey uns, C. hatte eben den ersten Brief bekommen der eben keine sehr tröstlichen Nachrichten enthielten, und so war sie sehr unruhig, und will nun erst beßere Nachrichten erwarten eher sie wieder ausgeht, heute müßen Briefe kommen, wenn es frühe genug ist so schreibe ich es dir noch, es ist etwas Gallichtes und wird bey ihrem schwachen Körper freylich viel dazu gehören sich wieder zu erholen; es ist große Frage ob nun Möser ganz und gar, dieß Jahr nach Pirmont kömmt! Carolinens Gesundheit gefällt mir auch noch gar nicht, sie hat immer noch mit der Rose zu kämpfen, so bald ein Lüftchen sie anweht hat sie wieder Fieber und Geschwullst im Gesicht, daß ist nun freilich bey der Rose gewöhnlich daß es so lange dauert ehe man es wieder los wird, aber des wegen doch sehr unangenehm. Herr Rehberg befindet sich auch nicht gut, er hat sich zu stark mit arbeiten angegriffen, der Arzt hat ihn den Pirmonter Brunnen an der Quelle verordnet, und Madam Rehberg altert auch sehr, so daß ihr der Weg hier heraus sehr sauer wird, mit Wagens sind sie sehr sparsam und also kommen sie selten. Ebert hatte vor ein paar Tagen an Madam Rehberg geschrieben, um sich auf 14 Tage [6] anzumelden, wenn sie ihn nicht logiren könnte so hoffte er daß wir es vielleicht könten, welches wir aber da wir auf dem Garten wohnen abgelehnt haben. (Wir scheuen die Unruhe und die Kosten) und die Rehbergen lehnt es auch ab, da E. es zur Bedingung gemacht, daß sie alle 3 zusammen zu Haus und wohl seyn müßten, und sie dieses nicht sind. Ob sie nun vielleicht doch kommen werden und im Gasthofe logiren soll mich wundern; aber schlimm würde es seyn sie so lange zu unterhalten, da itzt im Sommer noch weniger wie sonst Leute in H. sind die für seinen Geist paßen oder vielmehr die fait von Schöngeisterey machen. In 3 oder 4 Wochen dachte er sonst schon zu kommen. Deinen Brief an Eschenburg ist besorgt; der Vater hat auch ein paar freundschaftliche Zeilen dabey geschrieben.
Jacobi, der Kaufmann hier, ist kürzlich gestorben nachdem er kurz zuvor einen Schlagfluß gehabt, der ihn seines Verstands beraubt also ein Glück für ihn und die Frau daß er gestorben.
Adieu liebster Bruder, erfreue uns bald wieder mit einem Briefe. Wolthausens scheinen in Dresden sehr vergnügt zu seyn, sie sind 5 mahl in Pillnitz gewesen, Lottchen schreibt, daß sie mehr Beifall finde als er; er hat etwas gar zu précieuses. Deine zärtlich lieben Schweste[r]
Henriette Schlegel
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