• August Wilhelm von Schlegel to Auguste Luise Adolfine von Flotow

  • Place of Dispatch: Bonn · Place of Destination: Bonn · Date: 6. April [zwischen 1837 und 1843]
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: August Wilhelm von Schlegel
  • Recipient: Auguste Luise Adolfine von Flotow
  • Place of Dispatch: Bonn
  • Place of Destination: Bonn
  • Date: 6. April [zwischen 1837 und 1843]
  • Notations: Absende- und Empfangsort erschlossen. – Datierung: Auguste von Flotows Aufenthalt in Bonn.
    Manuscript
  • Provider: Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv
  • Classification Number: GSA 96/3650
  • Incipit: „[1] Gnädige Frau,
    Für den Herrn Obersten sende ich anbei die Rede des Herzogs von Broglie, für Sie das rare Pamphlet. [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Varwig, Olivia
[1] Gnädige Frau,
Für den Herrn Obersten sende ich anbei die Rede des Herzogs von Broglie, für Sie das rare Pamphlet. Die Komödie empfehle ich in Einem Zuge zu lesen. Einige gewagte Scherze gehen wohl mit einem so verdienstlichen Werke in den Kauf. Dieß war es wirklich: denn ich lebte damals in der unterdrückten Kirche, und Kotzebue stand in der höchsten Gunst. Er wurde Nachmittags zu den Familienzirkeln in Charlottenburg gezogen und las vor. Indessen erfuhr ich doch, daß Se. Majestät sich an dem gewagtesten aller darin enthaltenen Späße sonderlich ergötzt habe.
Wenn Sie mein Butter Suppenverzeichniß noch haben, so erbitte ich es mir gelegentlich, um die neuen Erfindungen beizufügen. Noch neulich habe ich von Frau Naumann zur Jüs-Suppe [2] statt des Eierschusses, Butter-Nückeln verfertigen gelernt. Aber wie soll man das auf Französisch sagen?
Fußfälligst
der gehorsamste
Schlegel
d. 6ten April.
[3] [leer]
[4] À
Madame de Flotow
[1] Gnädige Frau,
Für den Herrn Obersten sende ich anbei die Rede des Herzogs von Broglie, für Sie das rare Pamphlet. Die Komödie empfehle ich in Einem Zuge zu lesen. Einige gewagte Scherze gehen wohl mit einem so verdienstlichen Werke in den Kauf. Dieß war es wirklich: denn ich lebte damals in der unterdrückten Kirche, und Kotzebue stand in der höchsten Gunst. Er wurde Nachmittags zu den Familienzirkeln in Charlottenburg gezogen und las vor. Indessen erfuhr ich doch, daß Se. Majestät sich an dem gewagtesten aller darin enthaltenen Späße sonderlich ergötzt habe.
Wenn Sie mein Butter Suppenverzeichniß noch haben, so erbitte ich es mir gelegentlich, um die neuen Erfindungen beizufügen. Noch neulich habe ich von Frau Naumann zur Jüs-Suppe [2] statt des Eierschusses, Butter-Nückeln verfertigen gelernt. Aber wie soll man das auf Französisch sagen?
Fußfälligst
der gehorsamste
Schlegel
d. 6ten April.
[3] [leer]
[4] À
Madame de Flotow
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